Infos zu den Musikmobilen

In Stift Keppel wird mächtig gerockt zurück

Jugendliche und Mitarbeiter treffen sich beim »Jam-Camp« der Musikmobile in Allenbach

aww Allenbach. Stift Keppel rockt! Das wird dem Autor dieser Zeilen auf der Suche nach dem richtigen Eingang und der sich daraus ergebenden
Kurz-Odyssee quer über das Schulgelände ganz schnell klar: Aus verschiedenen Fenstern des Gebäudekomplexes schallt ihm satter Rocksound
entgegen. Hier wird ganz offensichtlich allerorten hart musikalisch gearbeitet... – Ah, da ist er ja: Hans Dieter Klug.
Die Suche hat ein Ende; der Leiter von MOMU’s Rockmobil (Mobiler Musiktreff Hilchenbach) steht der Siegener Zeitung Rede und Antwort und erklärt,
was zurzeit in Stift Keppel los ist.
»Jam-Camp« heißt das, was für den knackigen Soundtrack im Stift sorgt. »Jam-Camp«, das ist ein »Meeting« verschiedener deutscher Musikmobile,
das erstmals in diesem Rahmen stattfindet (wir berichteten kurz). Zwar, so erklärt Hans Dieter Klug, habe es schon in den vergangenen drei Jahren
Treffen der Musikmobile gegeben (zweimal in Berlin, einmal im Siegerland), doch seien dies immer Zusammenkünfte auf Mitarbeiterebene gewesen –
zwecks Erfahrungsaustausch. Das Neue an dem jetzigen Treffen: Diesmal sind Jugendliche dabei, und es wird ganz praktisch.
Soll heißen, es gibt Workshops – und in denen wird gerockt. Hörbar für jeden, der in diesen Tagen einen Abstecher nach Stift Keppel macht.

Mit von der Partie sind in Allenbach neben dem hiesigen Rockmobil das Frauenmusikmobil Hannover, das HipHop-Mobil Berlin, das
Recordingmobil Berlin sowie die Rockmobile Berlin, Barnim und Hannover. Bundesweit, so Klug, gebe es etwa 15 Rockmobile.
Übrigens: Das Siegerländer Mobil ist laut Klug das einzige in Nordrhein-Westfalen, wurde bereits 1987 aus der Taufe gehoben und gehört somit –
gemeinsam mit einem hessischen Projekt – zu den allerersten überhaupt.

Am Allenbacher »Jam-Camp«, das am Mittwochabend startete und noch bis Sonntag dauert, nehmen gut 15 Jugendliche und etwa ebenso viele
Mitarbeiter der verschiedenen Musikmobile teil. »Jedes Rockmobil hat eine Gruppe von Jugendlichen mitgebracht«, sagt Hans Dieter Klug.
So geht es – neben der Möglichkeit des Austauschs für die Mitarbeiter – diesmal auch darum, dass die Jugendlichen neue Kontakte knüpfen
und auch einmal mit anderen Musikern als sonst zusammen spielen können. 13 bis 19 Jahre sind die Jugendlichen alt, die sich beim »Jam-Camp«
in verschiedenen Band-Workshops zusammentun. Etwa ein Fünftel der Teilnehmer sind Mädchen. Untergebracht werden sie in Stift Keppel,
die musikalische Ausrüstung stammt von den Rockmobilen selbst.

Morgens geht es los mit Instrumentalworkshops, erläutert Hans Dieter Klug. Schlagzeug, Gitarre, Bass, Gesang...
Weiter geht’s nachmittags mit vier verschiedenen Band-Projekten. Abends stehen dann besondere Angebote wie HipHop oder Recording
auf dem Programm. Auch die Möglichkeit zur zwanglosen Session besteht. Das Berliner Recording-Mobil ermögliche es den Jugendlichen zudem,
die eingeübten Stücke aufzunehmen oder sich in Sachen Recording-Technik anleiten zu lassen, erklärt Christoph Happel,
Mitarbeiter des Berliner Arbeitskreises Medienpädagogik, zu dessen Projekten die teilnehmenden Mobile aus der Hauptstadt zählen.
Verschiedene zunächst vorgesehene Außenveranstaltungen im Rahmen des »Jam-Camps« sind laut Hans Dieter Klug abgesagt worden:
Die für heute und morgen, jeweils 14 bis 17 Uhr, geplanten Veranstaltungen beim Littfelder »Glonk« entfallen.
Der Breakdance-Workshop mit »DJ Gauner« und Telle vom HipHop-Mobil Berlin findet dagegen heute von 18 bis 21 Uhr wie geplant
im Dahlbrucher Jugendzentrum statt.

Siegener Zeitung / 19.07.02